Als die Mitteilung vom Arzt kam, das Andrea Diabetes Typ 2 hat, war erstmal ein wenig Ratlosigkeit angesagt. Kein Zucker mehr! Darf ich denn jetzt gar nichts Süßes essen? Wie sieht es mit Schokolade aus? Aber nach ein wenig Recherche im Internet und ausprobieren verschiedenster Zucker-Austauschstoffen können wir nun sagen, auch mit Diabetes Typ 2 muss man nicht verzichten!

Kein medizinischer Bericht

Zu aller Erst müssen wir sagen, das es sich hier NICHT um einen medizinischen Bericht handelt! Wir können und dürfen dazu nichts sagen. Dies ist als eigener Erfahrungsbericht zu lesen!

Nach dem ersten Schock, ab sofort auf alles was süß ist verzichten zu müssen, sehen wir das Ganze nun schon etwas lockerer. Da ich, Christian, kein Diabetes habe, war es für mich selber auch ungewohnt, auf Zucker zu verzichten oder diesen nur noch in Maßen einzusetzen. Aber hier wollte ich es Andrea einfacher machen, mit dem Zuckerverzicht klar zu kommen. Gemeinsam ist es leichter, den neuen Ernährungsweg, ohne Zucker, gehen zu müssen. Und für mich ist dabei noch positiv zu vermerken, das sich mein Gewicht seit dem zum besseren entwickelt hat. Ich habe ca. 3 kg „Gesund“ abgenommen. Und das ist doch nicht schlecht, oder?

Vieles haben wir ausprobiert, über Stevia bis hin zum Ahornsirup, sind aber nachhaltig bei diesen 4 Zucker-Austauschstoffen hängen geblieben. Die anderen haben wir aus persönlichen Geschmacksgründen aus unserer Küche verbannt.

Unsere 4 persönlichen Favoriten von Sanct Bernhard

2 Bio-Varianten:

Bio-Kokosblütenzucker (auch Palmzucker genannt) – hat einen niedrigen glykämischen Index von 35, wird daher als Lebensmittel mit niedrigem glykämischen Index*(erklären wir weiter unten) klassifiziert. Er eignet sich für alle Speisen, kann sogar beim Backen 1:1 gegen normalen Zucker ausgetauscht werden. Einzig zu beachten ist dabei, das beim Kokosblütenzucker etwas mehr gerührt werden muss, da er sich etwas schwerer auflöst. Allerdings ist der Geschmack dann etwas Besonderes, denn er hat einen leicht Karamelligen Nachgeschmack! Alles in allem eine super Alternative, wobei man auch hier die Kalorien beachten muss, denn Kokosblütenzucker hat 384 Kalorien auf 100g, normaler Zucker hat mit 400 Kalorien pro 100g nur unwesentlich mehr. Also mit Vorsicht genießen.

Bio-Yaccon-Sirup – hat einen glykämischen Index* von nur 1! Ja richtig, nur 1! Dieses Süßungsmittel ist in Deutschland noch relativ unbekannt. Es stammt aus Südamerika und wird aus der Yaccon-Wurzel extrahiert. Optisch erinnert die Yaccon-Wurzel sehr an eine Süßkartoffel. Man kann diesen Sirup auch sehr vielseitig einsetzen. Überall wo man sonst Honig nehmen würde, kann man diese vegane, süße Alternative nutzen. Zum Backen, für Getränke oder Smoothies und auch leckere Dressings kann man damit süßen. Also auch ein wahres Allround-Talent! Allerdings hat auch der Yaccon-Sirup ordentlich Kalorien, etwa 300 auf 100g!

Diese beiden Austauschstoffe sind leider noch nicht in eindeutiger Bio-Qualität zu bekommen:

 

Erythrit Zuckerersatz (auch E 968, Erythrol, Sukrin genannt) – hat einen glykämischen Index* von 0! Erythrit hat dazu keine Kalorien, braucht somit in keinster Weise beim Essen angerechnet zu werden. Hergestellt wird Erythrit durch die Fermentation von Glucose / Saccharose. Es gehört zu den Zuckeralkoholen, obwohl es natürlich kein Alkohol enthält. Verwenden kann man es wie normalen Zucker, wobei es nur eine Süßkraft von ca. 70- 80 % gegenüber von normalem Zucker hat. Nur beim Backen sollte man den“Puderzucker“ davon nutzen, er ist noch feiner und hinterlässt keine Klümpchen im fertigen Teig! Auch zu beachten ist, das sich nach der Umstellung auf Erythrit der Körper daran gewöhnen muss. Denn in zu großen Mengen wirkt es am Anfang leicht abführend. Dafür schützt es aber die Zähne, denn es löst kein Karies aus.

Xylitol Zuckerersatz (auch Xyliti, Birkenzucker, E967 genannt) – hat einen glykämischen Index* von 7 und ist daher auch gut für Diabetiker geeignet. Wird aus der Rinde von Birken und Buchen hergestellt. Natürlich kommt es außerdem in Gemüse wie Blumenkohl und Früchten wie Pflaumen oder Erdbeeren vor. Jedoch ist hier der Wert ca. 1g auf 100g Trockenmasse. Einsetzen kann man in 1:1 wie Zucker, für Kuchen Plätzchen oder Süßspeisen geeignet. Es hinterlässt keine Klümpchen nach dem Backen. Es hat die Gleiche Süßkraft wie Zucker, liegt jedoch mit 240 Kalorien auf 100g unter dem des normalen Zuckers. Xylitol hat eine Zahn schützende Wirkung, da es remineralisierend wirkt. Auch hier kann bei der Umstellung auf Xylitol eine leicht abführende Wirkung einsetzen. Aufpassen sollte man aber auf seinen Hund, denn für den kann der Konsum von Xylitol tödlich sein. Katzen kann eine geringe Dosis im Trinkwasser für die Zähne gut sein.

Unser Zwischenergebnis

Bei allen Zucker-Ersatzstoffen muss man natürlich selber herausfinden, was einem schmeckt. Uns zum Beispiel schmeckt Ahornsirup als Ersatz gar nicht, auch Stevia ist bei uns nicht gut angekommen. Allerdings sind wir mit diesen Alternativen mehr als zufrieden. Bio-Yaccon-Sirup lässt sich generell auch gut als veganer Honig-Ersatz aufs Brot schmieren. Allerdings muss man natürlich immer darauf achten, ob man auf Zucker freiwillig verzichten WILL oder MUSS! Muss man es durch Diabetes, sollte man natürlich seine gesamte Ernährung überprüfen. In vielen Lebensmitteln sind immer viele Kohlehydrate versteckt, es muß nicht immer nur der Zucker sein! Versucht man allerdings mal einen dieser durchaus gesünderen Alternativen, gegenüber des normalen Haushaltszuckers, dann braucht man keinen echten Zucker mehr. Wie in allen Dingen im Leben, man muss sich nur dran gewöhnen und nach einer kurzen Umgewöhnungszeit dankt es einem auch der Körper!

Der glykämische Index

Der glykämische Index, auch GI genannt, sagt über ein Lebensmittel aus, wie schnell er den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt. Je höher der Wert, umso schlechter wirkt er sich auf den Blutzuckerspiegel aus. Je niedriger der Wert ist, umso langsamer wird der Zucker im Körper verarbeitet.

Schokolade und Diabetes

Bei der Schokolade ist es dann allerdings noch etwas ganz anderes. Wie in fast allen Naschereien, von Chips bis zum Weingummi, ist in normaler Vollmilch-Schokolade zu viel ungesunder Zucker drin. Jedoch hat man bei der Schokolade noch ein kleines Hintertürchen!. Denn Schokolade darf man noch genießen, wenn sie einen Kakaogehalt von mindestens ab ca. 70 % hat. Je höher der Kakaogehalt ist, umso weniger Zucker ist in der Schokolade drin. Trotzdem sollte man auch hier die Schokolade nur in Maßen genießen, denn eine ca. 70 % Schokolade hat immer noch einen Zuckergehalt von ca. 33g. Also, Schokolade ja, aber nicht übertreiben, sonst straft einen der Blutzuckerspiegel direkt ab und der Arzt wird sich auch wegen der schlechten Werte bedanken.

Unser Fazit

Mittlerweile leben wir seit ca. 3,5 Monaten fast gänzlich ohne Zucker. Überall wo es geht, versuchen wir ihn durch die oben genannten Alternativen zu ersetzen. Jedoch lässt sich Andrea es trotzdem auch nicht nehmen, hin und wieder mal eine leckere Marmelade aufs Vollkorn-Brötchen zu schmieren. (Natürlich nicht mehr so dick wie früher!!!)

Der Verzicht auf Zucker ist in der heutigen Zeit ohne Probleme möglich, egal ob man es MUSS oder einfach nur WILL! Und es gibt genug Alternativen, man muß nur seinem eigenen Geschmack folgen.

Und im Netz findet man auch noch genügend Berichte, wie gut es dem Körper tut, auf Zucker zu verzichten. (z.B. Gewichtsverlust, verbesserter Geschmackssinn, schönere Haut, weniger Pickel)

 

 

 

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