Die Fastenzeit hat ein Ende und Ostern ist vorbei! Jedoch ist das Thema „Ei“ immer aktuell! Jeder mag Eier, ob zum Frühstück oder gebraten! Doch mal daran gedacht, wo dieses Ei herkommt? Wie die kleinen Lebewesen „produziert“ wurden? Da hätten wir tolle Alternativen für die Zukunft! Die Ökologische Tierzucht gGmbH und die Bruderhahn-Initiative! Wir erklären, warum es besser ist, das Bio-Ei zu unterstützen!

Jeder kennt diese Videos, wo Küken über ein Förderlaufband in einen Schredder geführt werden. Dies sind aber nur die männlichen Küken. Kranke Küken werden vorher schon „aussortiert“ und entsorgt. Das muss ein Ende haben! Jedoch sind die Konsumenten in Deutschland gefragt! Wenn man bedenkt, das in Deutschland knapp 83 Mio. Menschen leben, die im Schnitt 235 Eier pro Jahr verputzen, muss man sich doch eigentlich sofort hinterfragen, wo diese Eiermengen herkommen.

Das da nicht die heile Welt dahinter steckt, muss einem doch klar sein. Wenn man nicht mehr wie 1,29 € für einen 10er Pack Eier ausgeben möchte, die dann auch nur aus Bodenhaltung stammen, dann sollte allen klar sein, das diese Menge Eier nicht im Hühnerparadies produziert wurden!

Haltungsformen für Legehennen

Wir unterscheiden in 4 Haltungsformen:

  • ökologische Erzeugung (Bio-Eier), trägt die Ziffer 0 im Erzeugercode auf dem Ei
  • Freilandhaltung, trägt die Ziffer 1 im Erzeugercode auf dem Ei
  • Bodenhaltung, trägt die Ziffer 2 im Erzeugercode auf dem Ei
  • Kleingruppenhaltung, trägt die Ziffer 3 im Erzeugercode auf dem Ei (Quelle: www.deutsche-eier.info)

Wir von mein Biolädchen unterstützen ausschließlich die ökologische Erzeugung. Wenn es nach uns ginge, sollte und muss man die anderen Formen der Haltung abschaffen. Denn dann kann kein einzelnes Ei 0,13 € kosten und es kann/darf keine Tierqual mehr dabei geben. Aber leider wird das nur unser Wunschdenken bleiben.

Warum Küken vergast werden

Das ist eine ganz einfache und höchst kapitalistische Angelegenheit. Männliche Küken, oder später der Hahn, legen keine Eier und sie setzen auch nicht so viel Fleisch an wie die Hennen. Unterm Strich bedeutet das dann, das sich die Eierproduzenten direkt die gesamten Aufzuchtskosten für diese Küken sparen wollen, denn kein männliches Küken würde in seiner gesamten Lebenszeit jemals seine „Lebenserhaltungskosten“ wieder einbringen können. Hier müssen wir sogar fairerweise sagen, das dies leider auch im Bio-Bereich so ist. Aber die Bio-Branche setzt nun endlich ein Zeichen dagegen! Wie? Das zeigen wir jetzt auf!

Züchtung eines Zwei-Nutzungshuhn

Die Bio-Anbauverbände Bioland und Demeter haben eine Initiative ins Leben gerufen, die sich für die Züchtung eines Bio-Huhns einsetzt. Im Jahr 2015 gingen die beiden Anbauverbände eigens dafür eine Kooperation ein-entstanden ist die Ökologische Tierzucht GmbH (Abkürzung ÖTZ)!

Ziel ist es, ein Bio-Huhn zu züchten, wobei beide Tiere sinnvoll genutzt werden können. Die Hennen legen Eier und die Hähne werden gemästet. Das geht jedoch nur, wenn beide „geringere Leistungen“ haben. Geringere Leistungen bedeutet gleichzeitig auch weniger Anfälligkeit für Krankheiten und regionalere Fütterung der Tiere wird wieder möglich. Je mehr Kunden und Bio-Bauern sich diesem Projekt anschließen, um so größer und schneller wird es ein Erfolg! In manchen Bioläden ist daher seit dem letzten Jahr ein Plakat zu finden, wo erklärt wird, das man 1 Cent pro Ei für die Zuchtarbeit der ÖTZ spendet. Diesen Betrag bezahlt der Bio-Händler dann gemessen an seinem Eierverkauf an die Ökologische Tierzucht gGmbH.

4 Cent retten der Henne den Bruder

Als Partner der ökologischen Tierzucht fungiert die Bruderhahn-Initiative Deutschland. Während die ökologische Tierzucht sein Augenmerk auf die Züchtung einer neuen Rasse legt, rettet die Bruderhahn-Initiative den Hähnen das Leben! Aus ökonomischen Gründen kostet ein gelegtes Ei der Henne 4 Cent mehr. Diese 4 Cent werden direkt zu 100% in die Aufzucht des Bruder-Hahns investiert. So werden die Hähne groß gezogen und hinterher das Fleisch der Tiere als Bruderhahn-Hähnchen verkauft! Die Produktvielfalt ist mittlerweile enorm, über Glasware bis hin zum Aufschnitt gibt es schon sehr viel Auswahl. Das Fleisch der Hähnchen ist etwas dunkler gegenüber das der Hühnchen und hat seinen eigenen, intensiveren Geschmack. Es gilt schon fast als Delikatesse!

Hier ist noch ein toller Film zur Initiative.

Ei-Care von Naturland

Als Vorreiter für die Züchtung eines Zwei-Nutzungshuhn fungiert jedoch der Bio-Anbauverband Naturland. Schon im Jahr 2011 wurde die Aktion Ei Care ins Leben gerufen. Früh wurde erkannt, dass man aus ethischen Gründen nach einer Alternative zu den Hybrid-Hühner suchen musste. Bei den Hybrid-Hühner geht es entweder um die Eierproduktion oder das Fleisch ansetzen. Auch hier ist es so, das die Hälfte aller Küken männlich ist und diese dann leider vergast oder geschreddert werden. Bei Ei-Care wird ausschliesslich mit „Les Bleues“-Rassehühnern gearbeitet. Beide Geschlechter dieser Rasse sind vital, frohwüchsig und nicht überzüchtet. Dazu machen beide Geschlechter auf natürlichem Weg das, was sie machen sollen. Die Hennen legen genug Eier und die Hähne setzen ordentlich Fleisch an, welches sich durch einen besonderen Geschmack auszeichnet.

Bisher wird dies aber leider nur in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern praktiziert. Mitinitiator ist der Bio-Großhandel Terra Naturkost aus Berlin, die auch für die gewünschte Auslieferung in Berlin und Umgebung zuständig sind.

 

Initiative Zweinutzungshuhn von Naturland

Dazu gibt es auch bei Naturland die Initiative Zweinutzungshuhn! Hier wird sich nur um die Züchtung und Vermarktung der Rasse „Les Bleus“ gekümmert. Auf der Homepage der Initiative finden sich viele interessante Informationen sowie Adressen, wo die Hühner gezüchtet und verkauft werden.

Konventionelle Planung mit fadem Beigeschmack

Die Industrie fördert und erforscht eine Methode zur Geschlechterfrüherkennung im Ei, so werden die Küken dann im Ei getötet und nicht erst nach dem Schlupf. Allerdings positioniert sich die ÖTZ dagegen, da das Problem der männlichen Küken lediglich vorverlegt und keine nachhaltige Verbesserung des Systems erreicht wird.

Die Ethik steht im Vordergrund

Bei beiden Initiativen steht nicht die reine Vermarktung des Eies im Vordergrund, sondern den Spagat zwischen Legeleistung der Hennen, die Aufzucht der Hähne und dem Tierwohl der Tiere hinzubekommen.  Die stark wachsende Bio-Branche versucht so Alternativen und ethisch vertretbare Lösungen für das sinnlose Küken töten zu bieten. Als Vergleich: 540 Mio. Legehennen braucht es, um den deutschen Eierkonsum abzudecken, im Gegenzug werden darum auch 540 Mio. männliche Küken vergast. Lediglich 4 Mio. Hennen sind davon ökologisch gehalten und 4 Mio. Hähne werden im Bio Bereich produziert.

Unser Fazit

Man muss diese Initiativen unterstützen! Man darf nicht nur auf den Preis des Eies achten! Dieser ganze Massenkonsum kann nicht auf ewig funktionieren und er darf es auch nicht! Selber sollte man sich fragen, ob man jeden Tag ein Ei essen muss! Wenn man diesen Konsum schon reduziert, dann kann man sich beim nächsten Mal auch vernünftig und richtig „produzierte“ Eier leisten! Jeder, der schon einmal ein Bio-Ei gegessen hat, will in der Zukunft kein anderes mehr! Die Farbe und der Geschmack des Bio-Eies sind ein viel besserer! Dazu kommt dann noch ein gutes Gewissen, das man mit dem teureren Bio-Ei etwas Gutes getan hat. Probiert es mal aus!

Ganz wichtig! Nicht vergessen, den Bruderhahn einmal im Jahr zu kaufen – sonst geht das Konzept nicht auf! Der Landwirt kann den Hahn nur aufziehen, wenn die Kunden diesen auch nachfragen!

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