In der heutigen Zeit kann man nahezu an jeder Ecke Lebensmittel kaufen, die mit Bio gekennzeichnet sind. Doch was ist der Unterschied im Bio-Bereich? Wir versuchen es mal aufzuklären! Denn ganz wichtig ist: Bio ist nicht gleich Bio! Hier sind unsere eigenen 10 Gebote für echte Bio-Lebensmittel!

1. Ernährung

Die Ernährung ist für jeden Menschen essenziell. Ohne Nahrung kann man nicht überleben. Also gilt es, sich gesund und ausgewogen zu ernähren. Wenn man unter diesem Aspekt auf Bio-Lebensmittel der 3 großen Bio-Anbauverbände Demeter, Bioland und Naturland zurückgreift, tut man seinem Körper nicht nur was Gutes, sondern auch der Umwelt.

2. Regionalität

Hier wird mittlerweile viel Schindluder betrieben. Das sogar nicht nur im konventionellen Bereich, sondern auch in diversen Bio-Supermärkten. Da wird im Ruhrgebiet Ware mit Regional gekennzeichnet, obwohl diese aus Süddeutschland kommt, da das zuständige Einkaufslager der jeweiligen Firmen halt aus Süddeutschland kommt. Leider ist der Begriff „Regionalität“ kein geschützter Begriff. Und das muss sich in unseren Augen ändern! Wir für uns sagen, das Regionalität nur gewährleistet werden kann, wenn es aus der Region selber kommt mit einem maximalen Radius von 50 km. So stärkt man die Bio-Bauern und Bio-Firmen in seiner Region und unterstützt so auch die Umwelt durch die kürzeren Transportwege.

3. Fairness

Für uns ist es selbstverständlich, das Bio fast gleichzusetzen ist mit Fairness! In der echten Bio-Branche darf es keinen Preisdruck geben! Die Bauern sollen vernünftige Preise erhalten, um Ihre Existenz zu sichern und ihren Angestellten so auch faire und tarifliche Löhne zahlen zu können! Für uns fängt diese Fairness beim Bauern oder Produzenten an und hört erst an der Kasse auf. Denn, nur wenn auch die Mitarbeiter im Laden fair bezahlt werden, schließt sich hier für uns der Fairness-Kreis!

4. Müllvermeidung

In der letzten Zeit sind auf diesen Zug viele Firmen aufgesprungen: es wurden die Plastiktüten aus den Läden verbannt. Und so soll es auch sein. Wenn man die Medien verfolgt hat und dort die Videos, der  qualvoll verendeten Wale gesehen hat (ein Wal hatte ca. 30 kg Plastik im Magen), dann muss man Alternativen zur Plastiktüte finden. Und davon gibt es einige. (Da gehen wir aber in einem zukünftigen Beitrag genauer drauf ein). Jetzt kann man schon viel selber dafür tun, z. B. eigene Gefäße für Wurst und Käse, Papiertüte, die man öfters nutzen kann, waschbare Beutel für Brot u. v. m. Auch bei den Verpackungen der Bio-Firmen hat sich einiges getan. Viele Firmen haben auf recycelte oder recycelbare Verpackungen umgestellt. Bei Vivani z. B. wird das Plastik und die Alufolie seit kurzer Zeit verbannt. Hier wird nun eine „NatureFlexFolie“ aus nachhaltig gewonnenen Holzfasern hergestellt und genutzt. Das ganze dient durch den gerinngeren CO2-Verbrauch in der Produktion doppelt der Umwelt, da die NatureFex-Folie kompostierbar ist.

5. Tierhaltung

Bei der „echten“ Bio-Tierhaltung gibt es keine Massentierhaltung! Bei den 3 großen Bio-Anbauverbänden Demeter, Bioland und Naturland gibt es ganz klare und strenge Regeln gegenüber der „billigen“ EG-Bio-Verordnung! Hier ein kurzes Schaubild (Quelle: quer.de)

 

 

 

 

6. Ökologie

Unserer Meinung nach führt kein Weg an einer kompletten ökologischen Landwirtschaft vorbei. Denn nur die Bio-Landwirtschaft ist nicht auf die Ausbeutung der Äcker ausgelegt! Es werden Fruchtfolgen eingehalten, um die Ackerböden zu schonen und dadurch auch wieder mit den nötigen Nährstoffen für die Folgepflanzen zu versorgen. Nur so kann nachhaltige Landwirtschaft funktionieren und nur so gibt es einen Weg gegen die Monokulturen im konventionellen Bereich!

7. gute und faire Löhne

Wie wir unter Punkt 3 schon beschrieben haben, geht es nur mit guten und fairen Löhnen und Arbeitsbedingungen. Denn, nur wenn die Mitarbeiter fair bezahlt werden, werden sie mit Motivation, Spaß und Freude zur Arbeit gehen und diese erledigen. Nur so entsteht eine freundliche und harmonische Atmosphäre, da keiner das Gefühl der Ausbeutung hat und dieses Ganze spiegelt sich dann in letzter Instanz auch beim Kunden wider. Und die Kunden können so ganz sicher sein, das auch die Produzenten fair bezahlt wurden und hier keiner in der Produktionkette ausgebeutet wurde. So setzt sich dann auch der etwas höhere Preis in den „echten“ Bioläden zusammen!

8. Umweltbewusstsein

Du sollst bewusst mit Deiner Umwelt umgehen. Schmeiß kein Essen weg, achte auf Deinen selbst produzierten Müll, nur so kannst Du Deiner Umwelt helfen!  Vielleicht erkennst Du auch so wieder Sachen in Deiner Umwelt und der Natur, die Dir bisher verborgen geblieben waren.

9. ECHTE Bio-Siegel

Dies ist für uns mit der wichtigste Punkt: die Bio-Siegel! Wenn es nach uns ginge, dürfte es nur die 3 Großen geben. Denn nur wo Demeter, Bioland und Naturland drauf steht, kann man auch wirklich glauben, das dort „echte“ Bio-Ware drin ist. Denn die Skandale, die die Bio-Branche jedes Jahr einmal durchschütteln, stammen immer wieder aus dem EG-Bio-Bereich! Zum Beispiel der Fipronil-Skandal aus 2017! Da wollten wieder irgendwelche schwarzen Schafe noch mehr Geld machen und haben angefangen, immer unsauberer zu arbeiten und die Grenzen der Vorgaben bis zum äußersten  auszureizen und sogar zu überschreiten. Das Doofe daran ist aber, das die „echte Bio-Branche“ immer wieder mit hineingerissen wird. Und das finden wir extrem Schade. Dabei könnten sich die 3 Anbauverbände super davon distanzieren in dem mehr öffentliche Aufklärung betrieben würde. Denn dann würden alle verstehen, das der EG-Bio-Bereich so gut wie gar nichts mit der Bio-Branche zu tun hat. Vielleicht ändert sich da in der Zukunft ja noch was dran…wir hoffen es zumindestens.

10. keine Flugware

In der heutigen Zeit ist es „leider“ zum Standard geworden, das man jede Ware zu jeder Jahreszeit haben muss, sogar in der Bio-Branche. Es muss immer alles verfügbar sein!

Das hat mit dem herkömmlichen Bio-Gedanken in unseren Augen nichts mehr gemeinsam. Warum nicht nur auf die saisonalen Bio-Lebensmittel zurückgreifen? Um sich gesund zu ernähren, reicht das nämlich vollkommen aus. Leider ist das von uns nur Wunschdenken. Aber wir vermeiden es, Flugware anzubieten! Ökologisch ist es eine Katastrophe, Ware per Flugzeug aus den abgelegensten Orten der Welt heranzukarren. Eigentlich ist es schon grenzwertig, im Winter die Tomaten aus Spanien mit dem LKW nach Deutschland zu transportieren. Jedoch ist diese Transport-Art die einzige halbwegs vertretbare Art, im Winter die Tomaten gegen eine geringere CO2-Belastung nach Deutschland zu bekommen. Hier kann man nur dagegen steuern, wenn sich das Konsumverhalten der Menschen ändert…aber auch dies wird leider nur unser Wunschdenken bleiben.

Unser Fazit

Wir würden es befürworten, wenn es im Bio-Bereich wirklich nur einen gemeinsamen Standard geben würde. So hätten es die Betriebe, die nach EG-Bio Verordnung handeln und produzieren extrem schwer Schindluder zu treiben. Es ist schon traurig, das sich ein Discounter in der Werbung damit brüsten kann, Deutschlands größter Biohändler zu sein. Für uns ohne Worte!!! Eigentlich müsste man dort mal hinterfragen, wer diese ganzen Bio-Waren unter welchen Umständen produziert und wie sich diese billigen Preise zusammen setzen.

Genauso zusammen gehört für uns eigentlich Bio und Fairtrade! Doch wo fängt Fairtrade an und wo hört es auf? Wirklich wie in einem Bioladen vom Erzeuger/Bauern bis an die Kasse in einem „echten“ Bioladen? Oder geht das mit dem Fairtrade nur bis zur deutschen Grenze, damit die billigen Preise der Discounter Fairtrade Waren eingehalten werden können? Auch da sollte sich noch etwas ändern, denn wenn Fairtrade drauf steht, sollte auch „komplett“ Fairtrade drin sein. Warum können manche Ketten denn sonst Fairtrade Waren teilweise zum halben Preis gegenüber Fairtrade-Waren aus dem Biohandel anbieten?! Wir sehen das Ganze eher skeptisch…

In der Zukunft hoffen wir, das sich die Menschen Ihre eigenen Gedanken dazu machen und sich auch dahin weiter entwickeln, gewisse Dinge und Abläufe einfach genauer zu hinterfragen. Denn nur so könnte man die Unterschiede im Bio-Bereich besser sehen und auch in Zukunft vielleicht nachhaltig ändern!

2 Kommentare.

  • Großartig! Auch dass ihr das Verpackungsthema ansprecht! Da ist wirklich noch großes Umdenken gefragt!

  • Hallo Jennifer,

    vielen Dank für Deinen Kommentar! Das zeigt uns, das wir mit unseren Ideen und unserm Vorhaben auf dem richtigen Weg sind!

    LG
    Andrea & Christian

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